Wir besuchen unsere Redateurin Anna im Schützenverein

Unser Redaktionsmitglied Anna aus der 8b pflegt ein außergewöhnliches Hobby: Sie ist Vereinsmitglied bei der „Königlich privilegierten Schützengesellschaft“ in ihrem Heimatort Iphofen. Dort schießt sie aktuell am liebsten mit dem Luftgewehr auf 10 Meter. Alt und Jung stehen dort gemeinsam am Schießstand, Anna ist an diesem Abend mit ihrem Vater und ihrer jüngeren Schwester da.

Wir wollten uns das am Abend mal angucken: Wir - das sind in diesem Falle mein Mann, Herr Ulherr und ich, Frau Anselm. Wir erlebten an diesem Abend viel Spannendes sowie Überraschendes und kamen zur Erkenntnis: das mit dem Schießen ist so richtig schwer – sowohl der Vorgang selbst als auch das Gewicht der Waffe betreffend.

Das Luftgewehr wiegt an die 9 Kilo und lässt sich für uns Ungeübte ohne Auflage nicht ruhig halten. Getroffen haben wir nur mit dem Luftgewehr und natürlich nur mit Auflage. Bei der Luftpistole hatten wir keine Chance ins Schwarze zu treffen. Mit zittriger Hand trafen sowohl mein Mann als auch ich selbst nur die Wand – irgendwo im Nirgendwo. Da bleiben wir wohl besser beim Schießen von Fotos.

 

Kurze Geschichte der Schützenvereine in Deutschland

Schützenvereine in Deutschland sind Vereine, die sich dem Schießsport und der Pflege von Traditionen widmen. Der Begriff "Schützenverein" leitet sich von "Schütze" ab, was eine historische Bezeichnung für jemanden ist, der mit einer Schusswaffe umgehen kann. Diese Vereine haben oft eine lange Geschichte und spielen eine bedeutende Rolle in der deutschen Kultur. Viele wurden im 19. Jahrhundert gegründet und haben seitdem Traditionen wie Schützenfeste oder Umzüge entwickelt.

Die „Königlich privilegierte Schützengesellschaft Iphofen“ stellt sich vor:
Man muss einen Antrag stellen, um Mitglied im Schützenverein zu werden. Ich, Anna Schubin aus der 8b, bin seit Sommer 2022 dabei und habe schon immer gerne bei der Kirchweih geschossen. Der Freund meiner Tante, der Schütze und Waffensammler ist, hat zusätzlich das Interesse von meinem Papa und mir für diese Sportart geweckt. Kurz vor dem 13. Lebensjahr, also seit ca. einem Jahr schieße ich mit einem 9 Kilo schwerem Luftgewehr, einem Einzellader, das im gebrauchten Zustand ungefähr 1000,- Euro gekostet hat, neu ist die Waffe teurer. Ich komme meist 1-2mal die Woche hierher, sofern es die Schule zulässt. Man darf erst ab 12 Jahren schießen, darunter braucht man eine Sondergenehmigung. Ab 14 Jahren darf man Kleinkaliber schießen. Das ist ziemlich laut und man benötigt dafür einen Gehörschutz, die so genannten „Micky-Mäuse“. Für Großkaliber muss man 18 Jahre alt sein.

 

Exkurs: Waffenschein in Deutschland

In Deutschland kann man nicht einfach so eine Waffe besitzen, man muss als zuverlässig und vertrauenswürdig angesehen werden. Vorstrafen oder Gewalttaten wirken sich neagtiv aus. Für den Besitz einer Schusswaffe muss man in der Regel entweder Polizist sein oder dem Militär angehören oder Sportschießen betreiben. Für viele Arten von Waffenscheinen, insbesondere für Kurzwaffen und halbautomatische Gewehre, ist die Mitgliedschaft in einem anerkannten Schützenverein Voraussetzung. Die Waffe des Schützen wird dort gelagert, wenn man sie zuhause lagern möchte, gelten in Deutschland sehr strenge Auflagen – und das ist auch gut so.

Die Diabolos (Geschosse, die hauptsächlich von Schützen verwendet werden, die auf Scheibe bis zu einer maximalen Distanz von 10 Metern schießen), die aus dem Gewehr mit einer Geschwindigkeit von ca. 180 km/h austreten, bekommt man ab dem 18. Lebensjahr teilweise im Baumarkt oder in speziell ausgerüsteten Waffenzubehörläden für ca. 8 Euro à 500 Schuss. Luftgewehre mit mehr als 7,5 Joule müssen in Deutschland mit einem Erwerbsschein erworben werden, und ihre effektive Reichweite kann je nach Modell zwischen 30 m und 50 m liegen.

Mein Papa schießt meistens mit der Luftpistole, diese verfügt über eine Luft-CO2-Kartusche (Beim Schuss wird mit dem Inhalt der Kartusche das Geschoss angetrieben). Ich schieße nicht so gerne mit der Luftpistole, weil das Anpeilen des Zieles mit dem bloßen Auge anders/schwieriger ist als beim Luftgewehr. Dort schaut man durch eine Lochblende, bei der Pistole durch Kimme und Korn. Das zu erklären ist zu kompliziert, man muss es einfach ausprobieren.

 

Der zweite Schützenmeister Marc André Behrendt (Vorstandschaft) erklärte auf Nachfrage, es benötige mindestens ein Jahr regelmäßiges Training, um die Waffe ruhig zu halten und einigermaßen perfekt zu treffen.

Geduld, Disziplin und ein langer Atem gehören zum Schießsport auf jeden Fall dazu. Spaß macht es aber auch!

Redaktionsmitglied Anna, 8b
Fotos, Video: G. Ulherr