Anna an Bord - Ahoi und Leinen los
Unsere Redakteurin Anna aus der 10. Klasse ist nicht nur im Schützenverein, sondern auch eine ambitionierte Bootsfahrerin mit großer Leidenschaft. Annas Papa besitzt ein Boot und hat einen Binnenschein. Anna wollte auch schon immer ein Boot fahren können und deshalb hat sie sich entschieden ein SBF (= Sportbootsführerschein) zu machen - und zwar beide: Binnen und See.
Binnen und See – Was bedeutet das?
In Deutschland ist auf Seeschifffahrtstraßen zum Führen eines motorisierten Sportbootes mit mehr als 15 PS bei Verbrennungsmotoren und 7,5 KW (= ca. 11 PS) bei elektrischen Antrieben der amtliche SBF See erforderlich. Der SBF See ist neben dem SBF Binnen der einzige amtliche Sportbootsführerschein, der für private Sportbootfahrer vorgeschrieben ist.
Um also mit einem Motorboot oder Segelboot mit mehr als 15 PS an der Küste, auf dem Meer oder sonstigen Seeschifffahrtstraßen unterwegs zu sein, benötigen deutsche Staatsbürger einen SBF See. Um in Deutschland auf Binnenrevieren, Seen und Flüssen ein Sportboot fahren zu dürfen, ist der SBF Binnen erforderlich.
So lief die Prüfung ab
Ab 15 Jahren und 9 Monaten darf man zur Prüfung antreten. Anna hat die Ausbildung schneller absolviert und zwar beides in acht Wochen anstelle von drei Monaten. Man hat die Binnentheorie, die besteht aus 7 Basisfragen und 23 spezifische Fragen, als auch die Seetheorie, dort legt man die Prüfung in Kombination ab. So darf man die 7 Basisfragen aus dem Binnenteil weglassen.
Es gibt 15 offizielle Bögen insgesamt, die man zum Üben benutzt, diese kommen dann auch dran.
Die Praxis besteht aus „Kursgerechtes Aufstoppen“, „Mann über Bord“, „Ablegen und Anlegen“ und insgesamt 10 Pflichtmanöver und 5 Wahlpflichtmanöver, die der Prüfer aussucht. Die Dauer der Prüfung ist Prüferabhängig, jedes Manöver darf man 2x wiederholen.
Zur praktischen Prüfung gehören auch die 10 Knoten, von denen man 7 bestehen muss. Diese müssen vor dem Betreten des Bootes absolviert werden, sollte man hier scheitern, wird man nicht zugelassen.
Bestanden
Annas Prüfungen fanden am 1./8. November 2025 statt. Sie hat Binnen und See, also beides, bestanden. Sie darf somit unbeschränkte PS-Leistung fahren, egal ob auf See, Fluss, Meer oder an der Küste. Aber auf Binnengewässern (Inlandgewässer außer Bodensee) darf Anna „nur“ bis 20 Meter lang und maximal 12 Personen mit an Bord führen.
Wenn sich Anna die „AIDA“ privat leisten könnte, dürfte sie diese mit 12 Personen auf dem Meer fahren (da gilt keine Längenbeschränkung). Zusätzlich darf sie ein Segelboot mit einer Segelfläche von 6m² führen, ausgenommen in Berlin und Brandenburg (nur 3m²). Bürokratisierung sei Dank…diese soll aber bald geändert werden. Seit ihrem 16. Lebensjahr darf Anna theoretisch ganz alleine „herumschippern“, leider sprechen Mama und Papa noch ein Wörtchen mit ;-)
Text, Fotos und Videos: Anna (10b) & E. Anselm