Kitzinger Boxbeutel-Komplott

Schülerinnen und Schüler werden zu Unternehmenslenkern

Wie führt man ein erfolgreiches Unternehmen? Welche Auswirkungen haben Investitionen, Marketingmaßnahmen oder Preisentscheidungen auf den langfristigen Erfolg? Antworten auf diese Fragen erhielten die Schülerinnen und Schüler der Realschule Kitzingen beim Unternehmensplanspiel Stratopoly, das von der Schule finanziert wurde. Das Planspiel bot den Jugendlichen die Möglichkeit, wirtschaftliche Zusammenhänge praxisnah zu erleben und ihr Wissen direkt anzuwenden.

Insgesamt neun Teams schlüpften in die Rolle von Geschäftsleitungen fiktiver Weingüter und mussten ihre Unternehmen über einen Zeitraum von 13 simulierten Geschäftsjahren erfolgreich führen. Alle Teams starteten dabei mit einem Anfangskapital von 300.000 Euro. Aufgabe war es, wirtschaftliche Entscheidungen zu treffen, Marktveränderungen richtig einzuschätzen und die Entwicklung des eigenen Unternehmens stets im Blick zu behalten. Der Gesamtsieg wurde anhand des erzielten Unternehmenswertes am Ende der Spielzeit ermittelt.
Neben den betriebswirtschaftlichen Herausforderungen war auch Kreativität gefragt. Die Teams entwickelten ein eigenes Flaschendesign, erarbeiteten Marketingstrategien und produzierten ein Imagevideo, um ihre Marke bestmöglich zu präsentieren. Dadurch vereinte das Planspiel wirtschaftliches Denken mit kreativem Arbeiten und Teamarbeit.

Schnell entwickelte sich ein echter Wettstreit zwischen den teilnehmenden Unternehmen. Die Schülerinnen und Schüler analysierten Kennzahlen, diskutierten Strategien und fieberten von Jahr zu Jahr den aktuellen Ergebnissen entgegen. Dabei wurde deutlich, dass unternehmerischer Erfolg selten geradlinig verläuft. Einige Teams mussten zwischenzeitlich deutliche Verluste verkraften, bewiesen jedoch Ausdauer und Weitblick. Durch geschickte Entscheidungen gelang es mehreren Unternehmen, sich wieder zu erholen und bis zum Ende der Simulation einen beachtlichen Firmenzuwachs zu erzielen.

Bis zum Schluss blieb das Rennen um die Spitzenplätze spannend. Am Ende setzte sich das Team „Fränkischer Hof“ knapp gegen die Konkurrenz durch und konnte mit einem Unternehmenswert von über 10 Millionen Euro den Spitzenplatz erreichen. Ausgehend von einem Startkapital von 300.000 Euro ist dies eine beeindruckende Entwicklung. 

Das Projekt zeigte eindrucksvoll, wie lebendig Wirtschaftsunterricht sein kann. Durch die Verbindung von regionalem Bezug zum Weinbau, unternehmerischem Denken und kreativen Aufgaben erhielten die Jugendlichen einen realistischen Einblick in die Welt der Wirtschaft – und jede Menge Motivation, sich auch künftig mit wirtschaftlichen Fragestellungen auseinanderzusetzen.

Text, Foto: M. Hümpfer

 Bildunterschrift:
Das Siegerteam „Fränkischer Hof“ präsentiert ihr Flaschendesign für den neuen Silvaner.

 

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