Professor Dr. Erika Rosenberg Band

Unsere 10. Klassen erleben einen mitreißenden Vortrag über Emilie und Oskar Schindler

"Wer ein Menschenleben rettet, rettet die ganze Welt", sagt Itzhak Stern, im Film „Schindlers Liste“ Buchhalter des Industriellen Oskar Schindler und dargestellt vom Schauspieler Ben Kingsley, in dem bekannten Film des Regisseurs Steven Spielberg. Diese Worte waren auch in dem Ring eingraviert, den die überlebenden Juden Oskar Schindler am Ende des Films überreichten.

Nach diesem Spruch aus dem Talmud handelten auch Emilie und Oskar Schindler, die ihr Leben und gesamtes Vermögen opferten, um 1200 Juden zwischen Oktober 1939 und Mai 1945 vor der Deportation und Vergasung während der Nazi-Diktatur zu retten. Indem Schindler seine Emaille-Fabriken samt jüdischer Belegschaft nach Brünnlitz in Tschechien verlegte und behauptete, dass genau diese Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die Produktion kriegswichtiger Güter unbedingt notwendig seien, konnte er seine „Schindlerjuden“ vor dem Tod retten. Wissenswertes über den Film „Schindlers Liste“ können Sie über den Link Schindlers Liste – Wikipedia nachlesen.

Als Vorbereitung auf den Vortrag am 16. Oktober hatten die Schülerinnen und Schüler der 10. Jahrgangsstufe am Montagabend die Möglichkeit, den beeindruckenden und berührenden Film „Schindlers Liste“ im Mehrzweckraum unserer Realschule anzuschauen.
Am Mittwoch war es dann endlich so weit: Prof. Dr. Erika Rosenberg-Band, Historikerin und Schindler-Biografin, besuchte unsere Realschule, um als Zweitzeugin über Oskar Schindler, im Besonderen aber über ihre 11 Jahre währende Freundschaft zu Emilie Schindler zu sprechen.

Rosenberg-Band selbst wurde im Jahre 1951 in Buenos Aires geboren. Ihre Eltern waren deutsche Juden, der Vater Jurist und die Mutter Ärztin aus Hamburg, und flohen im Jahre 1936, also noch vor dem Holocaust, über Paraguay nach Argentinien. 1990 lernte die Historikerin dort Emilie Schindler, Oskar Schindlers Ehefrau, durch ein Interview kennen. Sie schließen nicht nur Freundschaft, sondern Frau Rosenberg-Band verfasst daraufhin mehrere Biografien über sie und Oskar Schindler. Rosenberg-Band sah in Emilie die Großmutter, die sie nie hatte, fühlte sich in ihrer Nähe geborgen und schätzte die kraftvolle und trotz ihres hohen Alters energiegeladene Frau. Sie beschrieb Emilie als eine „mutige, couragierte und heldenhafte Frau“, die in Argentinien, von ihrem Mann dort 1957 zurückgelassen, unter bescheidenen Verhältnissen lebte. Die Tapferkeit und Zivilcourage Emilie Schindlers ist der weltweiten Bevölkerung nahezu unbekannt, da sie in dem Film „Schindlers Liste“ keine Beachtung erfährt. Erika Rosenberg-Band ist es zu verdanken, dass Emilie aus dem Schatten ihres Mannes heraustritt, indem sie durch das Aufschreiben ihrer Erzählungen (70 Stunden Tonbandaufnahmen) die Bücher „Ich, Emilie Schindler. Erinnerungen einer Unbeugsamen“ und „In Schindlers Schatten“ verfasst. In der israelischen Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem wird Oskar Schindler für die Rettung der Zwangsarbeiter in den 60er Jahren als Gerechter unter den Völkern verehrt. Emilie erhält die Auszeichnung im Jahre 1993.

Im Namen der Schulfamilie danken wir Frau Prof. Dr. Rosenberg-Band für den hervorragenden, mitreißenden und beeindruckenden Vortrag. Ein Dank geht auch an unsere Geschichtslehrkraft Frau Anika Taraschewski, die die Zeitzeugin der zweiten Generation an unsere Schule brachte und somit unseren 10Klässlern ein eindrucksvolles Plädoyer für Mut und Zivilcourage ermöglichte.

Text, Fotos: E. Anselm

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