Zirkusprojekt der Klasse 5c am Volkersberg
   
  Nach nur vier Tagen Training schon eine Zirkusvorstellung geschafft
   
  Zwischen dem 6. und dem 10. Oktober 2008 besuchte die Klasse 5c mit ihrer Klassenleiterin Frau Jakob und ihrem Deutschlehrer Herrn Hellmuth den malerischen Volkersberg bei Bad Brückenau in der Rhön. Eine Woche lang sollten die Schüler gemeinsam und weit weg von zu Hause verbringen, um sich besser kennen zu lernen. Aber das Aufregendste an diesem Schullandheimaufenthalt war die Tatsache, dass die Schüler nach nur vier Tagen Training eine Zirkusvorstellung abliefern sollten.

Am Montagmorgen fuhren wir mit dem Bus in die Rhön. Nach einer guten Stunde hatten wir unser Ziel erreicht. Zunächst wurden die Schüler auf mehrere Bungalowhütten verteilt und dann ging es auch schon hinauf auf den Volkersberg, auf dem ein großes buntes Zirkuszelt aufgebaut war.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
  Zusammen mit einer 6. Klasse der Wildfleckener Hauptschule, die ebenfalls an dem Projekt teilnahm, versammelten sich alle Jungen und Mädchen in der Manege, wo sie bereits von den Betreuern erwartet wurden. Die einzelnen Mitglieder des fünfköpfigen Zirkusteams stellten sich zunächst einmal vor. Anschließend verkündete Herr Lui, der Leiter des Zirkusprojekts, dass alle Schüler innerhalb weniger Tage zu professionellen Zirkusartisten ausgebildet würden und bis zum kommenden Freitag ein komplettes Programm auf die Beine stellen müssten. Bis zur großen Vorstellung lag aber noch ein gutes Stück Arbeit vor allen.

Danach begann das sogenannte Schnupper-training, bei dem jeder Schüler alles ausprobieren durfte. Es gab eine Jonglier- und Seiltanzgruppe unter Leitung von Annika, eine Diabologruppe geleitet von Judith und Phil. Barbara zeigte den Kindern, wie man auf einer riesigen Kugel balanciert und an einem Trapez schaukelt.

Die Schüler konnten mit den jungen Betreuern auch noch Seilspringen trainieren und lernen, wie man eine menschliche Pyramide bildet. Zudem gab es zwei Clowns und eine Fakirgruppe, die von Herrn Lui trainiert wurde.

Das Schnuppertraining kam gut an und der dabei entstandene Hunger wurde bei einem zünftigen Abendessen in der Speisehütte gestillt. Vor jeder Mahlzeit wurde ein Lied angestimmt und der Tisch, der am lautesten sang, durfte zuerst Essen fassen.

Nach dem gemeinsamen Abendessen trafen sich alle Schüler zur Abendbesprechung im Zirkuszelt, wo jeder einzelne erzählen durfte, was ihm an diesem Tag besonders gut gefallen hat und was nicht. Noch konnte sich noch keiner so richtig vorstellen, wie man es schaffen sollte, am Freitag eine tolle Vorführung abzuliefern, die den Zuschauern, also Eltern und Verwandten, gefallen würde. Dieser Gedanke schien einigen Schülern den Schlaf zu rauben, was am nächsten Tag beim Frühstück an einigen verschlafenen Gesichtern erkennen konnte.
 


Bei beiden Trainingseinheiten im Zirkuszelt, die vor und nach dem Mittagessen stattfanden, stießen einige Schüler aufgrund des Schlafmangels an ihre Grenzen. Bei der Abendbesprechung mussten sich diese Jungen und Mädchen kritische Worte von Herrn Lui gefallen lassen. Es waren ja nur noch drei Tage Zeit bis Freitag und in dieser knappen Zeit konnte man nur dann etwas erreichen, wenn jeder sich anstrengt.

Eine weitere Anstrengung erfolgte im Anschluss in Form einer Nachtwanderung, die durch einen Wald führte. Nach einem zweistündigen Fußmarsch durch diesen dunklen und unheimlichen Wald freuten die meisten Schüler sich auf ihr warmes Bettchen. Die zweite Nacht verlief auch bedeutend ruhiger als die erste. 

Am Mittwoch wurde wieder hart trainiert und dieser Einsatz wurde am Abend mit einem großen Lagerfeuer belohnt. Jeder Schüler konnte einen Wunsch auf einen Zettel schreiben und diesen in die Wunschhütte legen. Die Wunschhütte wurde dann angezündet, damit die Wünsche mit dem Feuer und dem Rauch in den Himmel steigen konnten. Stockbrot und Marshmellows wurden eifrig über den Flammen gegart und der Abend endete friedlich am Feuerplatz.   

Am Donnerstag fand nach einer letzten Trainingseinheit die Generalprobe statt, die insgesamt drei Stunden dauerte und von den Schülern höchste Konzentration verlangte. Um das Lampenfieber, das viele beim Gedanken an den morgigen Tag bekamen, ein wenig zu dämpfen, fand am Abend eine Disco im Zirkuszelt statt. Zu den Klängen von DJ Phil tanzten sogar die Lehrer zusammen mit den Schülern, was bei einigen Schülern zu unkontrollierten Lachattacken führte. Plötzlich war Freitag und in wenigen Stunden sollte die große Vorstellung beginnen. Die Vorbereitungen liefen auf Hochtouren. Kasse und Getränkestand wurden aufgebaut. Kostüme wurden angezogen und Gesichter bunt geschminkt. Nach und nach kamen Eltern und Verwandte an und bestaunten das riesige Zelt, in dem die große Show stattfinden würde.

Die Zuschauerplätze waren alle belegt und das Publikum wartete gespannt auf den Beginn der Vorstellung. Unter tosendem Applaus betrat Herr Lui die Manege und begrüßte alle Anwesenden. Bei der Vorstellung gaben die Schüler ihr Bestes und die Zuschauer waren schwer beeindruckt von dem professionellen Programm, das vom Feuerschlucker bis zum Clown alles enthielt, was man von einem Zirkus erwartet. Die Clowns brachten die Zuschauer zum Lachen und die schwierigen Kunststücke klappten nach dem viertägigen Intensivtraining wie am Schnürchen. Nach einer guten Stunde klatschten und jubelten Eltern und Geschwister, Tanten und Onkel, Omas und Opas vor Begeisterung und die Schüler durften stolz auf ihre vollendete Leistung sein. Einige Schüler waren ein wenig traurig, da die Woche nun ihren Abschluss fand und viele wären bestimmt noch länger am Volkersberg geblieben, anstatt mit ihren Eltern nach Hause zu fahren. Vor allem der Abschied von den sympathischen Betreuern, denen die Schüler ihre neu erworbenen Fähigkeiten zu verdanken haben, fiel jedem Schüler schwer. Auf jeden Fall gab es auf dem Rückweg viel zu erzählen, denn die Woche hat allen viel Spaß gemacht und wird hoffentlich noch lange ein Lächeln auf unsere Gesichter zaubern, wenn man sich an die schöne Zeit, die wir gemeinsam verbringen durften, erinnert. 
 
 

Alessandro Hellmuth