Stolpersteine 2009   Klassen 10bd
   
  "Jüdisches Leben in Deutschland – heute"
   
 

Intensiv hat sich die evangelische Religionsgruppe der Klassen 10b und 10d mit dem Thema „Jüdisches Leben in Deutschland – heute“ auseinander-gesetzt. Dabei wurden auch Bilder neu entstandener Synagogen in Deutschland betrachtet. Diese sind auch ein Ausdruck dafür „bleiben zu wollen“. Natürlich stieß man dabei auch auf die „Stolpersteine“. Eine Erinnerungs-Aktion, die der Künstler Gunter Demnig ins Leben rief. „Stolpersteine“ sind in den Gehweg eingelassene Steine, die an Menschen erinnern, die durch Vertreibung und Vernichtung sterben mussten. Es gibt sie an über 300 Orten in Deutschland sowie in Österreich, Ungarn und den Niederlanden. Gunter Demnig ist inzwischen für sein heiß umstrittenes Projekt am 23. Mai 2008 in Berlin von Bundesinnenminister Dr. Wolfgang Schäuble und Bundesjustizministerin Brigitte Zypries der Preis „Botschafter für Demokratie und Toleranz“ verliehen worden.

An diesem Glanz kann sich auch die Stadt Kitzingen ein bisschen erwärmen, denn Kitzingen war die erste bayerische Stadt, in der Stolper-steine verlegt wurden. Inzwischen gibt es auch Informationsmaterial, in dem die Stolpersteine Kitzingens verzeichnet sind. Herr Schwinger und Herr Schneeberger planen ebenso, einen Band mit den Biografien der deportierten und ermor-deten jüdischen Kitzinger Bürger zu veröffent-lichen. Daraus las Frau Gonschorek am 23. Januar 2009 der Klasse 10bd eine besonders beeindruckende Biografie einer großen jüdischen Familie aus Kitzingen vor und erzählte auch von verschiedensten Erfahrungen, die sie während der Verlegung der Stolpersteine machte. Dazu zählen auch die schwierigen Recherchen im Stadtbauamt. Denn das Geburtshaus ver-schiedener jüdischer Mitbürger war entweder durch Bomben zerstört worden, alte Eintragung-en galten nicht mehr wegen der Umbenennung der Straßen im Nationalsozialismus oder die Nummerierung der Häuser hatte sich durch Neubauten verändert. Auch das Gespräch mit Mietern und Hausbesitzern, wo Juden gewohnt haben, ist immer wieder wichtig und eine Bereicherung für beide Seiten. Dabei war es Frau Gonschorek bei ihren Ausführungen auch immer wichtig zu betonen, dass Herr Demnig mit seinen Stolpersteinen an alle verfolgten Gruppen während des Nationalsozialismus erinnern will. Dazu gehören Sinti und Roma, Kommunisten, Behinderte und Homosexuelle.

Was ist eigentlich das Besondere an dieser Idee? Die Steine kommen zu dir!

Du fährst nicht zu einer Gedenkstätte, sondern du triffst die Erinnerungen auf deinem täglichen Weg und du blickst nach unten, bückst dich, um alle Informationen zu lesen. Mit einer Verbeugung ehrst du das Andenken der Ermordeten.

Zudem liefert der Dokumentarfilm „Stolperstein“, der am 06. November 2008 in den Kinos anlief, weitere wichtige Informationen.

 

 

Ruth Oppenländer