"Sticks and Stones"  

Kitzingen, 20.01.2011

 
 
  Ein Theaterprojekt zur Gewaltprävention
   
 

Am Mittwoch, 12.Januar 2011 war das englischsprachige White Horse Theatre bei uns an der Schule zu Gast und spielte für alle siebten und achten Klassen das Stück „Sticks & Stones“, auf deutsch „Stöcke und Steine“.

Mit dem Thema „bullying“ greift das Theaterstück eine Problematik auf, die leider an vielen Schulen zum Dauerkonflikt geworden ist: Mobbing.

Das Drama „Sticks and Stones“ des Bühnenautors Peter Griffith wurde speziell für deutsche Schüler der Jahrgangsstufen 7‑ 10 verfasst und behandelt die Mobbingproblematik aus der Perspektive von 12 bis 16‑jährigen Jugendlichen.

Das Stück erzählt die Geschichte von Tony, der auf dem Schulweg stets von seinem Mitschüler Jim Jarvis und dessen Anhängern überfallen und beraubt wird. Bei seiner Mutter findet Tony kein Verständnis. Im Gegenteil, diese macht seine Situation sogar noch schlimmer, als sie den Klassenlehrer verständigt. Jim Jarvis rächt sich für die darauffolgenden elterlichen Sanktionen mit noch größerer Brutalität an Tony.

Der zweite, parallele Handlungsstrang schildert die Erfahrungen von Ruth, die neu in eine Klasse kommt. Sie wird von Lauren und deren Gruppe beleidigt, missachtet und ausgegrenzt. Die Lehrer durchschauen diese Strukturen nicht. Ruth erlebt keine körperliche Gewalt, aber Worte können oftmals verletzender sein als körperliche Misshandlungen.

Ausgehend von den Erkenntnissen der Gewaltstudien analysiert das  Stück die Situation der Opfer, die unter Unsicherheit und Hilflosigkeit leiden. Tony hat nächtliche Angstträume, Ruth sieht ihre Situation als derart aussichtslos an, dass sie von zu Hause fortläuft.  Aber „Sticks and Stones“ gewährt auch Einblicke in die Motive der Täter. Jim Jarvis ist ebenfalls Opfer von Gewalt, denn daheim verprügelt ihn sein Vater und seine Mutter. Aus seiner Perspektive erscheint Tony somit als ein geliebtes Kind mit einem intakten Elternhaus, wodurch Eifersuchtsgefühle hervorgerufen werden. Ebenso wie Jim versucht auch Lauren ihre eigene Unsicherheit zu verbergen. Sie sucht Bestätigung in ihrer Gruppe, indem sie Ruth als zufälliges Opfer auswählt.

„Sticks and Stones“ wendet sich insbesondere an die Gruppe der Zuschauer und Mitläufer, die aggressives Verhalten durch ihre Passivität unterstützen. Es veranschaulicht, warum Mobbing überhaupt so erfolgreich funktionieren kann, und wie den Tätern erst durch die Gruppe ihrer Gefolgschaft Stärke und Macht verliehen wird. In dem Moment, in dem die Mitläufer aufhören, Gewalt aktiv oder passiv zu unterstützen, können diese Strukturen durchbrochen werden. „Sticks and Stones“ schafft somit ein Bewusstsein für die Mechanismen von Unterdrückung und Ausgrenzung.

Die Aktualität der Thematik, die gut zu verstehende englische Sprache und nicht zuletzt die hervorragende schauspielerische Leistung machten diese Aufführung zu einem echten Erlebnis für Schüler und Lehrkräfte.

Ein großes Dankeschön an alle Helfer (insbesondere die Klasse 7a), die tatkräftig beim Aufbauen, Umbauen, Ausladen und Beladen geholfen haben! Ein Extra-Lob möchte ich auch den siebten und achten Klasse für ihr gutes Verhalten während der Aufführung aussprechen!

 

Helga Staudt-Bieber (im Namen der Fachschaft Englisch)  

   
 
   
 

Und hier noch einmal eine Zusammenfassung auf Englisch:

Tony's story: Tony doesn't want to go to schooI. Every day he is bullied by Jim Jarvis, who is supported by his gang ‑ Ben, Christopher and Tim. They attack Tony physically, and steal his lunch‑money, and spit on his clothes. Tony tells his mother, and she goes to the teacher to ask for help. The teacher punishes Jim Jarvis: and so Jim and his supporters bully Tony even more. Tony dreams of being a super‑hero, able to defeat Jim; but in reality he knows of no way to defend himself against the bullies. 

Ruth's story: Ruth is a new girl in the school. On her first day she meets Lauren, who calls her ,,Fatty” although she isn't really fat. Lauren's supporters ‑ Sally, Sandra and Susie laugh at this, and the joke becomes more and more exaggerated. Ruth has no chance to make friends with anyone. The girls in the class deface her homework and make fun of her all the time. The teacher, Mr Baker, is no help at all. In her dream, Ruth imagines running away from school and trying to commit suicide ‑ the only way in which she can cry for help. 

When Jim Jarvis is asked why he bullies Tony, he speaks of the way he himself is bullied by his drunken father ‑, he bullies someone weaker than himself in order to impress the other boys, and to escape from feeling that he is a victim. When Lauren is asked the same question, she speaks of her own lack of friends ‑ she bullies Ruth so that the other girls will respect her and treat her as their leader, because they themselves are afraid of being bullied.Between the scenes, a “chorus of victims" talks of how it feels to be bullied. 

In the end, the only hope lies with the "watchers" ‑ Ben, Christopher and Tim, who support Jim, Jarvis; and Sally, Sandra and Susie, who support Lauren. Both Jim, and Lauren bully mainly in order to impress their supporters. If these “watchers" band together and agree to stop supporting the bullies, and offer their friendship to the victims, then there is some hope that things might improve for Tony and for Ruth. It is only a slender hope: but it is the only hope there is.