Geschichte vor Ort  

Kitzingen, 29.07.2010

 
  Die 9. Klassen besuchen das Reichsparteitagsgelände in Nürnberg
 
 

 

Am Mittwoch, den 28. 07. 2010 besuchten die 9. Klassen im Rahmen des Geschichtsunterrichtes das Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände in Nürnberg. Auf dem Programm standen ein 90minütiger Rundgang über das Gelände und der Besuch der Dauerausstellung „Faszination und Gewalt“.

 

Die Stadt Nürnberg wurde 1933 zur „Stadt der Reichsparteitage“ ernannt und von hier wurden auf dem Reichsparteitag 1935 die „Rassegesetze“ verkündet, die eine gesellschaftliche Ächtung der Juden festschrieben und damit den Weg zum Holocaust ebneten. Nürnberg war aber auch nach dem Krieg der Ort, in dem die Taten der schlimmsten Kriegsverbrecher während der NS-Zeit geahndet wurden („Nürnberger Prozesse“). Die Stadt sieht sich also bis heute dem historischen Erbe der nationalsozialistischen Zeit konfrontiert.
   
  Des Weiteren bietet das Dokumentationszentrum zur Zeit eine Sonderausstellung mit dem Titel „Das Gleis“ an. Hier wird das folgenschwerste Kapitel deutscher Eisenbahngeschichte aufgegriffen: Die Nazis benutzten die Eisenbahn als Transportmittel beim organisierten Massenmord, d. h. der Holocaust wäre ohne die aktive Rolle der deutschen Reichsbahn unmöglich gewesen. Im Mittelpunkt dieser beeindruckenden Ausstellung steht die künstlerische Installation „Das Gleis“: Lichtschienen in einem Gleisbett aus Zigtausenden von Kärtchen mit den Namen  Deportierter münden in den auf eine Wand projizierten Torbau des ehemaligen Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau. Diese Gleisinstallation wird durch Direktbildübertragungen mit den Gedenkstätten Auschwitz-Birkenau, Treblinka, Sobibor, Belzec, Chelmno und Majdanek in Polen verbunden. Die Sonderausstellung ist bis 31. Oktober 2010 im Dokumentationszentrum Nürnberg zu besichtigen.
 
 

Text, Fotos: E. Anselm