Geschichte vor Ort
 
  Die Kl. 9a, 9b und 9d besuchen das Gelände der Reichsparteitage in Nürnberg
 
  Am Montag, den 27. 07. 2009 war es wieder soweit: der alljährliche Besuch des ehemaligen Reichsparteitagsgelände stand auf dem Stundenplan der 9. Klassen.Noch heute zeugen auf diesem Gelände im Süden Nürnbergs gigantische Baureste vom Größenwahn des nationalsozialistischen Regimes. Auf elf Quadratkilometern sollte hier eine monumentale Kulisse für die Selbstinszenierung der NSDAP entstehen. Nicht alles konnte aufgrund des Zweiten Weltkrieges fertig gestellt werden. Das Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände befindet sich im Nordflügel der von den Nationalsozialisten für 50.000 Menschen konzipierten, unvollendet gebliebenen Kongresshalle.

Unsere historische Exkursion begann mit einer eineinhalbstündigen Geländebegehung, die uns um den Dutzendteich herumführte. Wir sahen die nicht vollendete Kongresshalle und die so genannte Große Straße, die 1939 als Aufmarschstraße und zentrale Achse des Geländes beendet wurde. Sie ist in nordwestlicher Richtung auf die mittelalterliche Kaiserburg ausgerichtet. Dadurch sollte eine historische Verbindung zum „Heiligen Römischen Reich“ und den in Nürnberg stattfindenden Reichstagen hergestellt werden. Sie konnte jedoch nie auf Parteitagen benutzt werden, da nach Kriegsbeginn keine Veranstaltungen mehr stattfanden. Auf der Zeppelinwiese fanden ab 1933 Veranstaltungen der Wehrmacht und des Reichsarbeitsdienstes sowie der Appell der politischen Leiter der NSDAP statt.

Nach der Führung durchwanderten die SchülerInnen mit einem Audioguide und einem Fragenkatalog (Bezug nehmend auf die im Anschluss folgenden Themengespräche) die Dauerausstellung "Faszination und Gewalt", die sich auf 1.300 m² mit den Ursachen, Zusammenhängen und Folgen der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft befasst.

Nach dem eigenständigen Ausstellungsbesuch fanden die von Moderatoren betreuten Gespräche in den Räumen des Studienforums statt. Jede Klasse beschäftigte sich mit einem eigenen Schwerpunkt, z. B.


- Jugend im Nationalsozialismus: Zwischen Anpassung und Widerstand
- Männerbild und Frauenrolle in der "Volksgemeinschaft"
- Das System der Konzentrationslager.

Anhand von altersspezifischen Materialien konnten sich die drei Klassen ein eigenständiges Urteil erarbeiten. Um 14 Uhr traten Herr Geus, Frau Anselm, Herr Wolf und 75 SchülerInnen die Heimreise an. Unser Fazit: eine durchweg gelungene Exkursion – wie jedes Jahr!
 

 

E. Anselm