„Night of Nights“  

Kitzingen, 07.01.2011

 
 
    Musical der RRR in der Synagoge in Kitzingen
   
  Ein Weihnachtsmusical im klassischen Sinne mit Krippe und Stall, ein schreiendes Baby, Maria und Josef… . Das hätte wohl niemanden so recht hinterm Ofen hervorgelockt. Wir wollten ein Musical mit Stil, weg vom Kitsch, eher verfremdet abstrakt sollte es sein. Neben rührenden Balladen sollte es rocken! Das bedeutete für die Schulband: Noten(!) und ne Menge Arbeit. Dafür ließen sich insgesamt an die 60 Schülerinnen und Schüler - aus der Unterstufe 37 Kinder aus den  5.-6. Klasse und 19 Mädels aus der 7.- 10. Klasse - begeistern. Die weihnachtliche Querflöte musste zu Hause vor sich hinstauben und stattdessen  heizten am Schlagzeug (Lukas Mauckner 10d und Gabriel Stürmer 6c), E-Gitarre (Mr. „School of Rock“ alias Herr Wolf), Keyboards  (Uwe Ungerer), Bass (Hannes Wolbert 6c) und Saxophon (Sina…) Kitzingens Synagoge ordentlich ein. Da mussten ALLE mitgrooven – egal, ob aus der 5. oder 10. Klasse!
 
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  Ein bisschen weihnachtlich wurde es dann doch, als das Ensemble in engelhaft weißen Kleidern auf der Bühne im Nebellicht standen und z.B. von Whitney Housten „Who would imagine a king“ (gefühlvoll u. zweistimmig interpretiert von Kathariana Breivogel und Rebecca Grubert) oder Halleluja (sehr schönes Solo von Lisa Lampert und Frau Fritschi) von Leonard Cohen sangen. In diesen Momenten, bei den ruhigen romantischen Balladen wurde es sehr still im Saal und man konnte erahnen, dass gerade leise die ein- oder andere Träne verdrückt wird. Mit allen technischen Raffinessen rückte man unsere Schülerinnen ins rechte Licht; so wurde im Schwarzlicht der temperamentvolle Gesang von Lena Dettmann und Verena Kleider bei „Hey Du“ pantomimisch von vier Gipsmasken-Gesichtern und weißen Handschuhen untermauert. Die Engel hauchten nicht nur elegant auf Barhockern sitzend ihre Songs dem Publikum entgegen, sondern ließen sich z.B. auch bei „This little light of mine“ vom Gospelfieber mitreißen, die stimmgewaltige Solistin Shirica Douglas wohl in die Wiege gelegt bekommen hat und zückten kokett ihre Taschenlampen. Selina Mutic, Sophia Beer, Mara Bauer und Jana Fischer ließen das Publikum Weihnachten aus ihrer Sicht miterleben; schließlich waren sie ja von Anfang an live dabei.
 
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  Immer wieder kam der große Schulchor auf die Bühne geschlittert, im bunten Eisdisco-Fieber sangen und tanzten sie zu den popigen Songs von Tobias Wörner und erzählten – allen voran Anna Stang und Emmi Wendemuth, die sich zwischendurch fragten, was für eine Bedeutung Weihnachten für uns heute habe, die Weihnachtsgeschichte aus heutiger Sicht. Hirten, Schafe, Maria u. Josef und die obligatorische Wirtszene kamen zwar vor, doch waren z.B. die Wirtszene durch das Bühnenbild so verpackt, dass man hinter angeleuchteten Leinwänden Menschen sah, die nicht öffneten, unheimliche Hände, die „Zimmer frei“- Schilder zu entfernen wussten etc. Unsere Schüler faszinierten nicht nur, weil sie wirklich erstaunliches leisteten, sondern auch mit Begeisterung auf der Bühne standen und mit Disziplin und enormen Engagement an den Proben und auf der Probefahrt in Hammelburg teilnahmen. Auch im großen Schulchor gibt es viele sehr klangschöne Stimmen, die allesamt souverän vor einem Publikum von insg. ca. 500 Menschen souverän ihre Solis und Lieder zum Besten gaben. Von so mancher Stimme wird man wohl noch einiges an der RRR zu hören bekommen... . Dabei traten die Kinder nicht nur textsicher auf, sangen und tanzten, sondern mussten – was vermutlich das Schwerste war – so tun, als wüssten sie nicht, dass da irgendwo auch die eigenen Eltern zusahen, während siehoch oben die Bühne im bunten Scheinwerferlicht zum glühen brachten.

Natürlich wäre ein solches Musical nicht ohne viele helfende Hände möglich gewesen. Deshalb sei ein besonderes Dankeschön an Fr. Fritschi (hinter u. auf der Bühne aktiv) und Fr. Heinrich (hinter der Bühne u. Bühnenbild), Hr. Weis (am Ton), Hr. Düll (Spot und Bühnenbild), Hr. Wolf (E-Gitarre u. Schulband), Hr. Ungerer (div. Proben, Keyboard und nen coolen Kopf), Hr. Ulherr (geniale Fotos!). Herzlichen Dank auch an das gesamte Kollegium, das das Projekt auch mitgetragen hat.
 

 

Silvia Hasenstab