Die Demokratische Bundesrepublik Nepal  

Kitzingen, 15.09.2010

 
 
  Die große Freude des Entdeckens: Land und Leute
 
 

 

Die Demokratische Bundesrepublik Nepal (seit 2008), das ehemalige Königreich am Himalaya, ist eines der ärmsten Länder der Welt. Im Land leben etwa 29 Millionen Menschen. Etwa 50 % der Erwachsenen sind Analphabeten. Die Einschulungsquote in Nepal liegt bei nur 30 – 50 %, bei den ärmsten Familien tendiert sie gegen 0 %. Eins Schulbesuch ist nicht möglich und Kinderarbeit an der Tagesordnung.

Die Richard-Rother-Realschule Kitzingen  unterstützt die Shree Bheen Secondary School im Ort Basondol im Kathmandu–Tal in Nepal nun schon seit zwei Jahren. Ca . 25 km westlich  von Kathmandu entfernt befindet sich der Ort Basondol und liegt  in einer fruchtbaren Ebene, so dass ein Großteil der Bevölkerung von der Landwirtschaft leben kann.

 

An dieser  kleinen staatlichen Dorfschule werden inzwischen 303 Kinder bis zur 10. Jahrgangsstufe von 17 Lehrkräften unterrichtet. Ebenfalls angegliedert  ist eine Vorschule. Ein warmes Mittagessen an der Schule wird den Kindern nicht angeboten, da sie alle über die Mittagspause nach Hause gehen. Ein Teil der Kosten für die Schule werden vom Staat und vom Dorf übernommen, was jedoch nicht reicht, um das Schulprojekt in dieser Form weiterlaufen zu lassen. Pro Schüler erhält die Schule 500 € im Jahr  vom Staat. Eine Lehrkraft in Nepal  verdient je nach Ausbildung und Einsatz zwischen 90 – 170 € im Monat.

 

Die Schule plant für die nächsten Jahre eine Aufstockung bis zur 12. Klasse, so dass die Schüler nach der Abschlussprüfung die Universität besuchen können.

Damit die Schüller der RRR auch genau wissen, wofür sie sich engagieren, habe ich die Schule im Rahmen meiner Asienreise besucht. Am  27. August 2010  konnte ich mich vor Ort genauestens informieren. Bei einem für mich organisierten Schulfests konnte ich die Schule, die staatliche und kommunale Schul-aufsichtsbehörde,  den Schulleiter, die Lehrkräfte, die Schüler und  die Eltern im Ort Basondol im Kathmandu-Tal  in Nepal erleben.

Als vor drei Jahren der Ochsenfurter Geschäftsmann Klaus Meyer einen Vortrag über die Basondol Schule an der Richard-Rother-Realschule hielt, reifte bei Schülern, Lehrkräften und Eltern spontan der Gedanke, dass wir alle diese Schule unterstützen werden.

Gesagt, getan.

Die Schüler der Richard-Rother-Realschule organisierten mehrere Aktionen, unter anderem, Kuchenverkauf, Schulfeste und Spendenaufrufe und  so konnten Geldspenden nach Nepal geschickt werden. Auch der Eine Welt Laden in Kitzingen hat unser Schulprojekt finanziell unterstützt. 

             
 
 

 

Im Rahmen  eines Schulfestes überreichte ich 300 €,  die 100 € Spende der Abschlussschüler 2009/10 eingeschlossen, dem Schulleiter Herrn Indra Prasad Kapri  Er  garantierte mir, dass die Spendengelder direkt den Schülern zugute kommen werden, wovon ich auch überzeugt bin, nach allem was ich an dieser Schule erlebt habe.

Ich konnte mich über die Fortschritte der Schule, die der Schulleiter  Herr Indra Prasad Kapri mir bereits  per e-Mail mitgeteilt hatte,  vor Ort informieren. Sowohl die baulichen als auch die geplanten schulischen Maßnahmen konnten mich davon überzeugen, dass unsere Hilfe auch wirklich für die Schüler verwendet wird und ihnen somit eine Chance für eine bessere Zukunft offen steht. Es entstanden  drei neue Klassenräume, die anderen Klassenzimmer erhielten einen Anstrich, Sanitäranlagen und ein Handwaschbecken wurden angebaut.  Es gibt eine Bibliothek mit fünf Computern, so dass ein Kontakt nach Kitzingen möglich ist. Zusätzlich konnte eine Grundschullehrkraft eingestellt werden, die ausschließlich von den Spendengeldern bezahlt wird. Geplant sind weitere Neubauten und ein eingezäunter Pausenhof. Besonders aufgewertet wird die Schule durch die Krankenstation, die vor zwei Jahren gebaut wurde. Sie ist ständig mit zwei Krankenschwestern besetzt und einmal im Monat besucht ein Arzt die Station, so dass eine ärztliche Grundversorgung gewährleistet und Impfungen durchgeführt werden können.

 

Vielleicht kann es ermöglicht werden, dass jeweils eine Klasse aus beiden Schulen in e-mail- Kontakt treten können oder unter Umständen sogar ein Lehreraustausch zu Stande  kommt. Denn der persönliche Kontakt würde die Patenschaft noch mehr stärken.

Ich fand eine offene Schule, mit besonders freundlicher Schulaufsichtsbehörde, aktivem Schulleiter, höchst engagierten Lehrkräften und Schülern vor, die alles  getan haben um ihr Land und ihre Schule zu präsentieren.

 

Was übrig bleibt von meinem Besuch:

- das Gefühl, eine lebendige und aktive Schule erlebt zu haben
- die Hoffnung, dass die Patenschaft noch über Jahre hinweg bestehen bleibt
- der Wunsch, die Menschen (Lehrkräfte und Schüler)  aus dem Kathmandu -Tal näher kennen zulernen
- das Bedürfnis, immer wieder hinzufahren. 

 

Ich wünsche der Basondol – Schule alles Gute.

 

 

Irma Walter, Schulleiterin der RRR