Schüleraustausch mit China  

Kitzingen, 14.11.2011

 
 
  Sieben Schülerinnen und Schüler der RRR und 22 des AKG auf großer Reise
   
 

Nach langer Zeit  läuft  wieder ein Austauschprogramm zwischen der Richard-Rother-Realschule und einer Auslandsschule, diesmal  mit der Keqiao High School in Shaoxing/ China. Es handelt sich um eine Oberschule mit 3500 Schülern, 280 Lehrkräften und ca. 60 Klassen, mit einer Klassenstärke bis zu 50 Schülern.

Als im April 2011 Herr Wu Dong, Vorsitzender der Deutsch-Chinagesellschaft, das Angebot machte, einen Schüleraustausch mit einer chinesischen Schule zu beginnen, hat die Realschuldirektorin Frau Irma Walter nicht lange gezögert und spontan zugesagt.

Da sich aber nur 7 Schülerinnen und Schüler der RRR gemeldet hatten, wurde beschlossen, den Schüleraustausch gemeinsam mit dem AKG -Kitzingen, durchzuführen, da sich hier 22 Schülerinnen und Schüler dafür interessierten. Das AKG  nimmt bereits an mehreren Schüleraustauschprogrammen teil und verfügt auch über die erforderlichen Erfahrungen.

Der Austausch mit China ist natürlich noch etwas ganz Besonderes und wird  den teilnehmenden Schülern einen völlig neuen Erfahrungshorizont bieten, den sie ihr ganzes Leben nicht mehr vergessen werden.

 
 

Am Freitag, 21. Oktober 2011 startete das Projekt. Insgesamt 29 Schülerinnen und Schüler, 2 Lehrkräfte, Herr Hauck und Herr Horn sowie die Schulleiterinnen Frau Hofmann und Frau Walter flogen am Abend nach Shanghai, um dort in der näheren Umgebung  zwei Wochen zu verbringen. Dort angekommen wurde die Gruppe von einer Delegation der chinesischen Schule abgeholt und in die 300 km entfernten Stadt  Keqiao  gebracht. Keqiao ist der Hauptort des 700 000 Einwohner zählenden Bezirkes Shaoxing.

Frau Hofmann und Frau Walter haben mit dem Chinesischen Schulleiter, Herrn Huimin Zhang, einen Partnerschaftsvertrag bei der Schulleiterkonferenz der deutsch-chinesischen Bildungskooperation in Hangzhou unterschrieben, in dem vereinbart wurde, dass der Austausch offiziell stattfinden kann.

Die Schüler wohnten während der ersten  Woche in einer chinesischen Gastfamilie und besuchten mit ihren Austauschpartnern  die Schule. So gewöhnten sie  sich allmählich an das chinesische Leben und Essen, was vielen am Anfang etwas Probleme bereitete.

Die chinesische Schule gab sich sehr viel Mühe, den Aufenthalt der deutschen Schüler so angenehm wie möglich zu gestalten. Gleich nach der großen Begrüßungszeremonie wurden die Austauschpartner miteinander bekannt gemacht und die Schüler in die Gastfamilien verabschiedet.

   
   
 

Am Montag lief dann das Schulprogramm: Bereits um 7:00 Uhr morgens müssen die chinesischen Schüler in der Schule sein. Und in dieser Woche auch die deutschen Schüler. Nach einer Begrüßung in der jeweiligen Klasse der Austauschpartner folgte dann auch der Unterricht.

Auszüge aus Berichten von Schülern:
Der erste Schultag war für uns alle sehr aufregend, zwar lernte man seinen Austauschpartner über das Wochenende schon besser kennen, aber der Schulalltag war doch etwas ganz Anderes. Aufstehen mussten die Schüler bereits um 5:00 Uhr morgens, da um 7:00 Uhr die Schule begann. Bereits nach Ankunft an der Schule fielen schon die ersten Unterschiede zwischen den beiden Schulen auf. Das Schulgebäude war viel älter, das  60-jährige Jubiläum fand kurz zuvor statt, und sehr, sehr viel größer.  Außerdem wurde einem bewusst, dass man in China als Europäer ein richtiger Exot ist, denn jeder wollte Fotos mit den sog. „Langnasen“ manchen, wir wurden „bestaunt“ bzw. freudig begrüßt. Die erste Stunde dauerte nur 20 Minuten, und bestand aus Vorbereitung für den Unterricht. Nach drei Stunden Unterricht (Mathematik, Chinesisch und Informationstechnologie) waren wir erstaunt, wie viel mehr die chinesischen Schüler leisten müssen.

 
   
 
   
 
 
  zum Vergrößern auf die Bilder klicken!
 
 

Am Abend, nach dem Essen, müssen die Schüler noch bis ca. 22:30 Uhr Hausaufgaben erledigen, lernen und sich auf den nächsten Schultag vorbereiten. Für die weiteren Schultage hatte die chinesische Schule ein sehr umfangreiches Programm für die deutschen Schüler zusammengestellt:

-  Tanzunterricht (Chinesische Volkstänze) Malerei, Kalligrafie, Scherenschnittarbeiten,  Musikunterricht, Herstellung    
    eines Solarmobils und Taiji.
-  Ausflüge in die Keyan- Umgebung und nach Hangzhou

Am Freitagabend wurden die deutschen Schüler dann offiziell während eines Abendbanketts vom chinesischen Schulleiter mit Geschenken verabschiedet. Vielen deutschen Schülern viel der Abschied von ihrem Austauschpartner  schwer.

Wenn man schon eine so weite Bildungsreise unternimmt, dürfen natürlich touristische Highlights nicht fehlen.

In Suzhou  wurden die Besichtigungen einer Seidenfabrik und der schönsten Gartenanlage im Osten Chinas  (Master of Nets) sowie  eine Bootsfahrt auf dem Kaiserkanal angeboten.

Während der drei Tage in Shanghai stand unter anderem  der Besuch der Nanjing-Raod, des Marktes in der Altstadt, der Jadebuddha- Tempel und das „Venedig Chinas“, der Ort Zhujiagiao, auf dem Programm. Selbstverständlich wurde der Jinmao-Tower bestiegen und ein Bummel am Abend über den Bund nicht vergessen.

Zu den touristischen Höhepunkten in Peking gehörten  selbstverständlich der Platz des Himmlischen Friedens, die verbotene Kaiserstadt, der Sommerpalast, der Himmelstempel sowie eine Wanderung auf der chinesischen Mauer zum Pflichtprogramm.  

Mit sicher unvergesslichen und überwältigenden  Eindrücken flog die Schülergruppe nach dem Besuch der Altstadt von Peking wieder am Freitag nach Deutschland zurück. Der Gegenbesuch der chinesischen Schüler wird im Juli 2012 erwartet. Wir freuen uns schon darauf unsere chinesischen Gäste, die alle zum ersten Male ins Ausland reisen dürfen, begrüßen zu dürfen und ihnen  unsere fränkische Heimat näher bringen zu können.

Rückblickend ist zu sagen, dass der Schüleraustausch mit China für alle teilnehmenden Personen ein ganz besonderes Erlebnis darstellte, welches wohl nicht so schnell vergessen wird. Wir bekamen Einblicke in die chinesische Kultur, wie es sonst kaum möglich gewesen wäre und lernten neue Freunde kennen.

 
 
  Teilnehmende Schüler der RRR: Felix und Konstantin Rüttger, Katrin Steinberger, Katharina Unser (alle Kl. 10b), Madeleine Dorberth (9d), Hannemann Afra (10c), Verena Emmel (10d)
   
 

Text, Fotos: Irma Walter