Staatliche Realschule Kitzingen
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Zentrum für Körperbehinderte

Schule mal ganz anders

Am Freitag, den 1. Februar, stand für die Klasse 7a ein etwas anderer Schultag auf dem Programm. Zusammen mit ihrer Klassenlehrerin Frau Deppisch, der Schulpsychologin Frau Rackl und dem IT-Lehrer Herrn Bilz fuhren wir ins Zentrum für Körperbehinderte nach Würzburg – die „alte“ Schule unseres Mitschülers Nico.

Dort wurden wir von Herrn Preiss, einem Lehrer des Zentrums, empfangen und durften mit ihm in den nächsten Stunden die Schule erkunden. Natürlich läuft hier der Alltag ganz anders ab, als wir es von unserer Schule kennen. Zum einen sind die Klassen sehr viel kleiner und es gibt zum anderen auch viel mehr Menschen, die hier mit den Kindern und Jugendlichen arbeiten. Wir lernten Therapeuten kennen, Sozialpädagogen und konnten sogar kurz mit der Leiterin des Zentrums sprechen.
Es gibt unzählige Räume und Gänge, die durch unterschiedliche Farben gekennzeichnet sind, damit man sich orientieren kann.  Zunächst schauten wir uns verschiedene Klassenzimmer an. Manche waren als solche auch nicht auf den ersten Blick zu erkennen, da es z.B. viele Liegemöglichkeiten gab und nicht wie bei uns üblich Tische und Stühle den Raum füllten. Das war sehr ungewohnt für uns, aber die Schülerinnen und Schüler, die in diese Klassen gehen, können einfach nicht lange sitzen und müssen sich immer wieder hinlegen. Auffallend war auch die farbenfrohen Gänge und das viele Spielzeug, was überall zu finden war. Diese werden in den Unterricht mit eingebaut, um den Kindern spielerisch Dinge zu erklären.
Auf den Gängen standen auch die unterschiedlichsten Fortbewegungsmittel, die wir uns näher anschauen durften. Herr Preiss erklärte uns, dass man in der Einrichtung darauf achtet, dass die Kinder und Jugendlichen möglichst eigenständig entscheiden können. Deshalb sei es natürlich wichtig, dass sich jeder – trotz der individuellen Einschränkung – dorthin bewegen kann, wohin er z. B. in der Pause möchte. Der eine kann mit einem Dreirad fahren, der andere braucht Unterstützung beim aufrechten Gehen. Für viele dieser Bedürfnisse stehen „Fahrzeuge“ zur Verfügung.
Ein ganz besonders Zimmer ist der Snözelraum – hier können die Schülerinnen und Schüler entspannt sitzen oder liegen, dann wird der Raum abgedunkelt und durch kleine Lichtimpulse kann die Aufmerksamkeit und Konzentration der Kinder geschult werden. Im Nebenzimmer gibt es ebenfalls ein tolles Angebot – hier kann ein Kind in einem Klangboot liegen. Das Boot hängt an einem Seil, am Boden ist eine Harfe integriert, sodass das Kind die Schwingungen der Melodie aufnehmen kann und sich so wohl fühlen kann.
Kurz vor der Pause besuchten wir die 3. Klasse von Herrn Preuss. Die Jungen und Mädchen hatten sich gewünscht, dass wir sie besuchen kommen und gemeinsam mit ihnen singen. Das haben wir natürlich sehr gerne gemacht. Gemeinsam haben wir die „Drei Chinesen“ gesungen und erfahren, dass die Klasse sich gerade mit den Leuchtbuchstaben beschäftigt hat. Besonders beeindruckt hat uns ein Schüler der Klasse, der mit und durch einen Sprachcomputer gesprochen hat. Auch durften wir uns die Computer im Klassenzimmer näher anschauen, die mit Joysticks bedient werden oder spezielle Tastaturen hatten. Dieses Thema interessierte Herrn Bilz natürlich ganz besonders. Von einem Fachkollegen erhielt er noch genauere Infos.
Nach der Pause wurde es besonders spannend. Wir hatten gemeinsam mit einer etwa gleichaltrigen Klasse Sport. Unsere Klasse wurde in zwei Gruppen eingeteilt, die eine Hälfte ging in die Sporthalle, die andere durfte Herrn Preiss Fragen stellen. So haben wir noch sehr viel mehr über das Zentrum erfahren und auch an den unterschiedlichen Berufen zeigten wir Interesse.


Nun zum Sportunterricht, dieses Mal erwartete uns ein etwas anderer Unterricht, wir nahmen nämlich alle in einem Rollstuhl teil. Zusammen mit der Klasse aus dem Zentrum versuchten wir so langsam, aber sicher Herr über den Rollstuhl zu werden. Zum Glück halfen uns die geübten Rollifahrer mit Tipps und Tricks. Manche zeigten ihr Können sehr eindrucksvoll bei den unterschiedlichsten Aufgaben, die es nun zu bewältigen galt. Wir fuhren über kleinere Hindernisse, spielten fangen und die zweite Sportgruppe versuchte sich sogar im Rollstuhl-Basketball. Da galt es gut zu koordinieren, nicht mit den anderen zusammenzustoßen und nicht umzukippen. Alles auf einmal war wirklich nicht so einfach zu bewältigen. Aber eigentlich sind alle nach einer kurzen Zeit recht gut mit der ungewohnten Situation zurechtgekommen – und Nico hat es genossen allen mit seinem E- Rollstuhl davon zu fahren.

Der Tag war für uns alle sehr interessant und informativ. Wir durften Einblicke in eine ganz andere Schule gewinnen und waren sehr beeindruckt. An dieser Stellen möchten wir uns ganz herzlich beim Förderverein der Realschule bedanken, der uns die Busfahrt nach Würzburg finanziert hat. Das war großartig!

Text: S. Deppisch, Fotos: M. Bilz