Staatliche Realschule Kitzingen
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„Die Schlacht der vier Heere“ – acht Gefährten auf dem Weg nach Elsenfeld

Einst schrieb J.R.R. Tolkien über ein sagenumwobenes Volk der Hobbits, deren  Bürger sich nicht unbedingt durch ihre Größe, wohl aber durch ihre Charakterstärke auszeichneten.

Ähnlich erging es am vergangenen Dienstag unseren Handballern der Schulmannschaft Jungen II, die sich bereits am frühen  Morgen auf eine weite Reise über die Würzburger Höhe in die Tiefebenen des Bayerischen Untermains aufmachten, um am westlichen Rand des düsteren Spessartwaldes dem Bezirksfinale (Unterfranken) beizuwohnen. Die nunmehr auf acht Gefährten geschrumpfte Truppe musste sich einer scheinbar unüberwindbaren Macht aus gleich drei Gymnasien mit individuell hochgradig besetzten Kämpfern entgegenstellen. Neben unserem äußerst „weisen“ Anführer Christoph Wendel,  hatten  sich ebenfalls recht kurzfristig die beiden Mitstreiter Max Schmidt und Marius Meyer ins Lazarett der Kitzinger Handballhochburg begeben müssen. Als unsere stark ersatzgeschwächte Streitmacht schließlich den Schauplatz der Schlacht um den unterfränkischen Thron betrat, staunten wir zunächst nicht schlecht über die sowohl körperlich als auch zahlenmäßig überlegenen Widersacher der Handballschmieden aus Erlenbach, Würzburg und Mellrichstadt.  Die Aufgabe schien anfangs unlösbar zu sein ... und ein Zurück gab es nun nicht mehr.
Die Knie zitterten und das Schlachtfeld bebte, als sich die beiden Truppen aus Erlenbach und Mellrichstadt in den rechteckigen Ring begaben und schon beim Formatieren der Truppen (dem Aufwärmen) die Kugeln wie Geschosse unter dem Gebälk einschlagen ließen. Zu allem Überfluss betraten dann auch noch die beiden Heeresführer aus Würzburg und Erlenbach die Arena. Zwei hochdekorierte – und wohlbekannte – Lehrmeister der Handballkunst wurden von der „Dunklen Macht“ in Form des DHB und der Rimparer Wölfe entsandt, um den Kontrahenten aus Kitzingen das Fürchten zu lehren. An dieser Stelle trat der Befehlshaber unserer Schützlinge auf den Plan. Herr Kaderschafka, dessen Leitspruch „Der Kader schafft das“ stets in den Köpfen unserer Kämpfer verankert ist, weckte in den jungen Söldnern neuen Mut und bediente sich dabei geschickt eines rhetorischen Hilfsmittels. Auf die Frage: „Was wir schon zu verlieren hätten?“, entgegneten die Gefährten: „Nichts!“. Demzufolge konnte das Volk von den Auenwiesen am Main völlig befreit aufspielen. Den tollkühnen Opponenten vom Deutschhaus Gymnasium hatten unsere Draufgänger zunächst nicht allzu viel entgegenzusetzen, schlugen sich aber tapfer in Folge einer herausragenden Mannschaftsleistung.

Im zweiten Aufeinandertreffen gegen die Schar aus Mellrichstadt wendete sich jedoch das Blatt. Mythologisch gesehen wäre die Gottheit „Thor“ sehr verzückt gewesen, hätte er doch gleichermaßen einen derartigen „Hammer“ wie unseren Niklas besessen. Dieser überragende Akteur war im wahrsten Sinne „besessen“ und hämmerte ein T(h)or nach dem anderen ins Herzstück der gegnerischen Reihen. Ihm zur Seite stehend, stieg ein weiterer Kämpfer aus der Tiefe empor. Posei(tz)don (besser bekannt als Tobias Seitz) glänzte mit seinen auf drei Schritte ausgelegten Zick-Zack-Kombinationen und versetze dem Rückhalt aus Mellrichstadt immer wieder empfindliche Stiche mitten ins Gebälk. Über die Flanken kamen unsere unerschrockenen Haudegen Jannik Hanft und Niklas Wegmann. Letzterer musste seine Position als Torwächter aufgrund der oben genannten Ausfälle verlassen und mit auf das Feld hinausziehen. Heldenhaft verteidigte er an vorderster Front und bahnte sich unbeirrt über Außen seinen WEG … MANN oh Mann, was für eine Leistung! Ihm gegenüber schritt der äußerst wendige und zweikampferprobte Jannik Hanft beharrlich voran. Er ging in keiner Weise s(H)anft mit seinen Kontrahenten um und  so war es letztendlich nicht verwunderlich, dass die gegnerischen Truppen zur Halbzeit keinen einzigen Treffer verbuchen konnten.

Nach einer kurzen Erholungsphase und taktischen Neuformierung begab sich unsere Truppe schnell wieder auf Position. Nun kam eine weitere Geheimwaffe zum Einsatz: wie einst die Vorfahren unserer Gefährten mit Kimme und KORN die Gegner zur Strecke brachten, ragte nun unser Genius Julian KORN heraus. Mit der Wucht und Präzision einer Phalanx schleuderte er das Schrapnell  in die Tore der feindlichen Hochburg. Ihm gleich tat es das Kitzinger Bollwerk in Gestalt von Christoph Deppisch. Wie ein „unkaputtbarer“ Rammbock konstituiert, durchstieß er problemlos die zerrüttete Verteidigungslinie. Der Gegner fand schlichtweg keine Mittel ihn zur Strecke zu bringen. Dabei wurde er ständig vom sich aufreibenden Tiago Pinhao unterstützt. Schier unermüdlich hielt er seinen Mitstreitern kontinuierlich den Rücken frei und sorgte nicht nur für Nachschub, sondern platzierte das Geschoss auch millimetergenau an der dafür vorgesehenen Stelle. Den Kontrahenten wurden auf diese Weise weitere empfindliche Treffer zugefügt. Unterdessen schien der Gegner einem verzweifelten Aufbäumen nicht abgeneigt zu sein und stürmte mit letzter Kraft nach vorne. Doch leider hatte dieser die Rechnung ohne unseren Rückhalt in Person von Yanik Schmiedel gemacht. Je länger die Schlacht andauerte, umso mehr Zeit blieb ihm, seine heimtückischen Schutzschilde zu schmied(el)n.
Die taktische Verteidigungsmaschinerie lief nun auf Hochtouren und ließ die verzweifelten Angriffsversuche des Gegners einfach versiegen. An diesem Punkt wurde deutlich, dass die Schlacht gewonnen war und wir konnten nach dieser denkwürdigen Abreibung als Sieger vom Feld gehen. Im abschließenden Schlagabtausch mit den hochgehandelten Kämpfern aus Erlenbach zog sich unsere Truppe mit erhobenen Häuptern von der Gefechtslinie zurück und überließ dem späteren Gesamtsieger die Front.

Dies bedeutete am Ende ein beachtlicher dritter Platz. Wir konnten somit an das Ergebnis aus dem Vorjahr anknüpfen und unseren Landkreis in der Ferne achtbar vertreten. Hierzu ergehen die herzlichsten Glückwünsche an die tapferen Mannen, die wohlbehalten und voller Stolz in der Heimat aufschlugen.

Fotos, Text: J. Kaderschafka