Staatliche Realschule Kitzingen
Layout Element
 Home >> Aktuelles >>

Was auf´s Auge

Büchertipps für kommende Herbstabende …

Alle Bücher, die hier vorgestellt werden, sind durchweg höllisch spannend und konnten mich meist nächtelang in den Bann ziehen. Wenn wir im Sabbatical mal einsam standen (was zum Glück selten vorkam) und ich nicht schlafen konnte, lag das meistens nicht an der Ruhe oder an undefinierbaren Geräuschen, sondern eigentlich fast immer an der gruseligen Bettlektüre. Oft las ich dann bis in die frühen Morgenstunden, weil ich unbedingt wissen wollte, wie das aktuelle Buch endete. Machte aber nix, hatte ich doch das Privileg, so lange ausschlafen zu können, wie ich wollte. Da ich schon seit einem Jahr eine Krimi-/Thrillerphase habe, kommen natürlich die Gesellschafts- und Historienromanliebhaber etwas zu kurz – sorry, augenblicklich geht nix anderes. Ein paar unblutige „Ausreißer“ sind ja dabei. Trotzdem – viele gute Lesestunden und durchwachte Nächte wünscht …

E. Anselm

  • Christine Drews: Schattenfreundin, Phönixkinder, Tod nach Schulschluss, Denn mir entkommst du nicht
    Krimireihe aus Münster um die Kommissare Charlotte Schneidmann und Peter Käfer. Muss zugeben, dass ich nach dem ersten Buch „Schattenfreundin“ sofort alle weiteren Bände gekauft habe und nacheinander verschlungen habe. Das sagt alles. Absolute Leseempfehlung!
    Weitere lesenswerte Bücher der Autorin: Killerblog und Nach dem Schweigen (das neuste, noch nicht gelesen, aber schon bestellt - ich weiß, dass es gut ist)
  • Daniela Arnold: Der Sündensammler, Seelenlicht, Totenherz, Sündenschlaf, Scherbenbrut, Schwesterngrab, Totenstille, Lügenkind, Tränenmädchen, Sterbensstill
    Ein packender Thriller nach dem anderen. Die Autorin schreibt nicht zu kompliziert, flüssig und fesselnd. Wer sehr spannende Thriller mit vielen überraschenden Wendungen mag  und nicht vor blutigen Passagen zurückschreckt, ist bei dieser Dame bestens aufgehoben. Keine hochtrabende Literatur, aber höllisch mitreißend. Pageturner!
  • Inge Löhnig: Der Sünde Sold, In weißer Stille, So unselig schön, Schuld währt ewig, Verflucht seist du, Nun ruhet sanft, Sieh nichts Böses
    Die Krimireihe um den sympathischen Münchner Kommissar Dühnfort und seine charmante Kollegin Gina Angelucci lieb´ich heiß und innig. Schon die Buchtitel der Autorin sind klasse und regen die Fantasie an. Inge Löhnig kann es einfach. Einfache Themen so komplex zu Krimis verbauen, dass es jede Menge Spaß macht: Spannung, falsche Fährten, tolle Charaktere und Überraschungen inklusive. Bis zum überraschenden Schluss bleiben diese Fälle mysteriös und packend. Ein angenehm leichter Schreibstil lassen die Seiten nur so durchrauschen. Absolute Leseempfehlung!
    Gina ermittelt seit neustem auch alleine (Gedenke mein), ebenso überzeugend.
  • Linus Geschke: Die Lichtung, Und am Morgen waren sie tot
    Sommer 1986: Eine Kölner Clique verbringt ein Party-Wochenende in einer Blockhütte im Bergischen Land. Am Ende sind zwei junge Menschen tot. Der Zeitungsredakteur Jan Römer soll Jahre später über den ungelösten Kriminalfall schreiben. Römer erinnert sich gut, denn das Wochenende im Wald war das Ende seiner Jugend – er gehörte selbst zu jener Clique. Zu spät merkt er, in welche Gefahr er sich durch seine Recherchen bringt ...
    Die Krimis um den Journalisten Jan Römer und seiner besten Freundin „Mütze“ haben mich sehr angesprochen. Ein weiteres Nacht-Lese-Buch, das man ungern aus der Hand legt und süchtig macht. Im zweiten Teil geht’s ebenso spannend zu. Der dritte Band (Das Lied er toten Mädchen) ist in Arbeit und erscheint im Januar 2018.
  • Andreas Gruber: Todesfrist, Todesurteil, Todesmärchen, Todesreigen
    Das Ermittlerteam: Die Münchner Kommissarin Sabine Nemez und der niederländische Profiler Maarten S. Sneijder – Rebellin trifft Kiffer, aus diesem Spannungsverhältnis entwickelt sich ein amüsantes Lesevergnügen, aber Achtung: nichts für Zartbeseitete ;-)
    Habe alle Bücher zügig gelesen, ging nicht anders ... Der Schreibstil Grubers gefällt mir. Die Handlung ist echt TOP, mitreißende Spannung garantiert. Immer wenn man denkt, das kann jetzt aber nicht sein, kommt es noch schlimmer – kaum zu ertragen :) Absolute Leseempfehlung!
    Ebenfalls äußerst lesenswert vom gleichen Autor: Rachesommer, Racheherbst (Walter-Pulaski-Reihe)
  • Claire Winter: Die Schwestern von Sherwood, Die verbotene Zeit
    Die Autorin schreibt Romane voller geheimnisvoller Dramatik und dunkler Intrigen, die ich ebenso nicht zur Seite legen konnte. In den Büchern geht es um verbotene Liebesgeschichten, mystische Moorlandschaften in Cornwall, schreckliche Schuld und dem Berlin der 30er Jahre, immer spannend und niemals kitschig. Leider hat die Autorin Winter nur zwei Romane geschrieben. Warte sehnsüchtigst auf den dritten ;-) Absolute Leseempfehlung!
  • Andrea Schacht: Der dunkle Spiegel, Das Werk der Teufelin, Die Sünde aber gebiert den Tod, Die elfte Jungfrau, Das brennende Gewand (Historische Romane um die Begine Almut Bossart)
    Diese Bücher kann ich wirklich allen Freunden historischer Romane wärmstens ans Herz legen. Die Autorin erzählt mit viel Humor und historischer Detailtreue die Geschichte der jungen Begine Almut, die mithilfe ihrer Schwester Aziza, dem geheimnisvollen Pater Ivo und dem taubstummen Mädchens Trine spannende Mordfälle löst. Wunderbare Geschichten mit viel Gefühl, Humor und herzlich gezeichneten Charakteren.
    Auch zu empfehlen die Mittelaltersaga um Alyss, die Tochter der Begine Almut: Gebiete sanfte Herrin mir, Nehmt Herrin diesen Kranz, Der Sünde Lohn, Mit falschem Stolz, Das Lied des Falken
  • Petra Schier: Die historische Krimireihe um die Apothekerin Adelina (Reihe in 6 Bänden)
    Aus Band 1("Tod im Beginenhaus"):
    Herbst in Köln. In einem Spital der Beginen stirbt ein verwirrter alter Mann. Und das war nur der erste Tote. Eine Seuche? Adelina, die Tochter des Apothekers, glaubt nicht daran. Doch wem nutzt der Tod der armen Kranken? So selbstlos sich die frommen Frauen um die Geistesschwachen kümmern, mit jeder Leiche rückt die Schließung des Beginenhauses näher. Adelina hegt einen Verdacht, und den will sie beweisen, so sehr ihr Vater um den Ruf seiner eigensinnigen Tochter fürchtet. Aber heiraten will die ohnehin nicht. Schon gar nicht ihren seltsamen Untermieter, den Medicus Burka. Oder vielleicht doch?
  • Oliver Pötzsch: Die Henkerstochtersaga (Reihe in 7 Bänden)
    Aus Band 1 („Die Henkerstochter“):
    Kurz nach dem Dreißigjährigen Krieg wird in der bayerischen Stadt Schongau ein sterbender Junge aus dem Lech gezogen. Eine Tätowierung deutet auf Hexenwerk hin und sofort beschuldigen die Schongauer die Hebamme des Ortes. Der Henker Jakob Kuisl soll ihr unter Folter ein Geständnis entlocken, doch er ist überzeugt: die alte Frau ist unschuldig. Unterstützt von seiner Tochter Magdalena und dem jungen Stadtmedicus macht er sich auf die Suche nach dem Täter.)

    Sowohl Petra Schier als auch Oliver Pötzsch schreiben authentisch und faszinieren mit der überzeugenden Darstellung der Denkweise im Mittelalter. Hier wird Geschichte lebendig und zwar so lebendig, dass mir im Laufe meines Lehrerlebens beim Vorlesen der Enthauptungsszene (Henkerstochter) schon eine Schülerin ohnmächtig vom Stuhl fiel und ein Schüler kreidebleich am Boden lag (Stufenlagerung). Kein Witz!!